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10 Jahre gemischter Chor Sängerbund

Peter Wettstein 27.03.2019

 

Es sind fast 30 Jahr‘ verflossen,
seit ich mich habe angeschlossen
dem Männerchor im Oberland,
der uns als Sängerbund bekannt.
Wir übten viele schöne Lieder,
alt‘ und neue, immer wieder,
wir sangen viel, wir sangen gern.
Die Leitung hatte Emil Kern.
Doch wie‘s so ist mit schönen Dingen:
der Mensch, er lebt nicht nur vom Singen.
Auch wenn Musik die Seele nährt,
der Leib was andres noch begehrt.
Wir waren stets dafür zu haben,
Nach dem Gesang die Kehl‘ zu laben.
Wir sassen um den Wirtshaustisch
und waren nachher wieder frisch.
Doch blieb’s nicht bei den wöchentlichen
Vergnügen an den Wirtshaustischen.
Wir hatten viel Gelegenheit,
zu pflegen die Geselligkeit.
Oft vor den Ferien trafen wir
uns zur Belehrung dort und hier,
mal im Betrieb, mal im Museum.
Der Vorstand kümmerte sich drum.
Genauso wie auf diesen Gleisen
verliefen unsere Sängerreisen.
Sie hier alle zu erwähnen
rührt‘ manchen Sänger noch zu Tränen.
Was uns bedrückte ganz im Tiefsten:
Wir reisten ohne unsre Liebsten.
Denn niemand lässt sein trautes Heim,
wenn er nicht da ist, ganz allein.
Doch: Reisten wir stets nur gekoppelt,
die Kosten hätten sich verdoppelt.
Der Unterhaltungswert hingegen
wäre nicht so hoch gelegen.
Die Hauptsach allerdings war: Singen,
da und dort ein Ständchen bringen,
für Jubilare und zum Feste,
an Liedertafeln und für Gäste.
Hie und da wir fanden ’s wert,
einzuüben ein Konzert.
Nur mithilfe unsrer Frauen
konnten wir uns das getrauen.
Wir durften oft viel Beifall ernten.
Und was wichtig auch: wir lernten,
dass wir als Männerchor allein
stehn auf einem schwachen Bein.
Denn stetig kleiner ward die Schar
der Sänger unter 70 Jahr.
Es fehlt‘ an jungen, frischen Stimmen.
Wie soll man sich da vorwärtsbringen?
Ein Vorschlag drang an unser Ohr:
Wir werden ein gemischter Chor!
Gesagt, getan, und anno acht
ward der Chor gemischt gemacht.
Ein Dirigent muss auch noch her.
Die Frage ist nur: Wer? Ja, Wer?
Probleme sind zum Lösen da.
Die Antwort lautet: Nicolas!
Ein neuer Chor, ein neuer Leiter,
wir sind gespannt: Wie geht es weiter?
Von nun an ist die Männlichkeit
im Chore eine Minderheit.
Drum wird auch unser „Sammelband“,
worin manch schönes Chorlied stand
- doch leider nur für Männerstimmen -,
nicht mehr gebraucht zum Liedersingen.
Wir üben fleissig neue Stücke,
für’s Alte bleibt da keine Lücke.
Nebst Messen und auch Opernchören
gibt ’s jetzt Evergreens zu hören.
Im Konzert sind stets vertreten
Pauken, Geigen und Trompeten.
Sie heben dort in aller Regel
beträchtlich den Geräuschepegel.
Auch in der Beiz am Ustermärt
hat der Brauch sich jetzt gekehrt:
Statt der Sänger Stimmen nur
hört man jetzt auch ein Klavur.
„A cappella“ gibt’s nicht mehr.
Stets müssen Musikanten her,
die uns begleiten überall,
besonders auch am Opernball.
Was gleich geblieben wie vorher,
und was zu schätzen ist gar sehr:
Viel Frau’n und Männer setzen ein
die Freizeit für den Singverein.
Sie ordnen Stühle, Tisch und Bänke,
sie sorgen oft auch für Getränke,
Sie planen weit voraus die Proben,
und selten wird noch was verschoben.
Sie tun am Märt die Beiz betreiben,
so dass die Gäste lange bleiben,
Sie zaubern hin wie Profis gar
den Opernball zu Anfang Jahr.
***
Den neuen Chor gibt’s seit zehn Jahren.
Gar manches hat er schon erfahren.
Den Anfang hat er gut geschafft.
Ich wünsch ihm weiterhin viel Kraft.